St. Johannes

 
(Emmendingen Bürkle-Bleiche, Kollmarsreute, Wasser, Sexau)
Seht das Zelt Gottes unter den Menschen. Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein und er, Gott, wird bei ihnen sein. (Offb 21,3)
 Schillerstraße 16 | Bürkle-Bleiche | Emmendingen
 
 

Auf dem Kirchenvorplatz stehend fällt das Relief auf der Außenwand der Sakristei auf. Betritt man die Kirche durch die bunte Tür des Haupteingangs, sieht man, dass diese Linien sich im inneren Eingangsbereich fortsetzen. Der Künstler Hubertus Bernhard aus Waldkirch (1920-2011), der die meisten Kunstwerke der Kirche geschaffen hat, macht so deutlich, dass die Kirche kein in sich geschlossener und abgekapselter Raum ist. Das Zusammenspiel von Kirche und Welt wird hier anschaulich.
 

 

Der Architekt Heimo Traut gestaltete die am 16.5.1976 geweihte Kirche als Zelt. Mit rund 28 Metern Höhe überragt die Kirche die Hochhäuser in der Umgebung nicht, aber sie ist doch durch ihre markante Form ein Wahrzeichen des Stadtteils Bürkle-Bleiche geworden.

Die Form des Zeltes erinnert an das Gotteszelt der Israeliten auf ihrem Zug durch die Wüste und greift die Formulierung aus dem letzten Buch des Neuen Testamentes, der Offenbarung des Johannes auf: Seht das Zelt Gottes unter den Menschen!

Das Bauwerk besteht aus zwei verschieden großen, gegeneinandergestellten Halbpyramiden, wobei die kleinere ganz aus Beton, die größere ganz aus Holz erstellt wurde. Die große Pyramide bildet das Kirchenschiff mit 450 Plätzen, die kleine beherbergt den Chorraum der Kirche und das Gemeindezentrum mit der Sakristei, dem Gemeindesaal und verschiedenen Gruppenräumen.

 

 

Die Farben der von Jochem Poensgen, Düsseldorf, geschaffenen Fenster erinnern an die Schöpfungsfarben (die Farben finden sich auch an den Eingangstüren). Im unteren Bereich finden sich grün und blau als Farben der Erde, das Blau geht dann in das Himmelsblau über und weiter oben finden wir das Rot als Farbe des Heiligen Geistes, der göttlichen belebenden Kraft und Energie. Die gelbe Farbe des Heiligen findet sich sowohl ganz oben im „Himmel“ als auch an verschiedenen Stellen inmitten von Blau und Grün , klein und leicht zu übersehen. Auch hier wird bildlich dargestellt, dass Gott nicht weit weg und im Himmel thront, sondern uns in unserem ganz alltäglichen Leben und in dieser Kirche nahe sein will.
 
 
 

Der acht Tonnen schwere Altar ist Mittelpunkt im Altarraum. Ihm zur Seite stehen die ebenfalls aus dunkler Basaltlava und hellem Aluminiumguss gearbeiteten Ambo und Taufstein. Dieser wellenförmig ornamentierte Stein trägt eine Schale aus Edelstahl für die Taufe. In diesem Stein wird auch das Weihwasser aufbewahrt
 
 

Der Tabernakel ist etwas in den Hintergrund gerückt. Zwei Basaltsteine tragen ein mächtiges Aluminiumkreuz, dessen Mitte den Aufbewahrungsort für das Allerheiligste bildet. Zwei Türen verschließen das runde Gehäuse. Die äußere zeigt in Aluminiumguss ein in Dornenzweigen gefangenes Lamm, Sinnbild für Jesus Christus. Öffnet man diese äußere Tür, so erscheint auf der inneren, mit Halbedelsteinen verzierten Bronzetür der Schriftzug „Für das Leben der Welt“. So wird die Lebenshingabe Jesu Christi verbunden mit den im Tabernakel aufbewahrten Hostien. Er lädt uns ein an seinen Tisch. Er will, dass wir das Leben haben.

 
 

In einer runden Seitennische findet sich ein Relief, das Maria mit dem Jesuskind abbildet, umgeben von einer Kreisform wie ein großer Heiligenschein. Der Künstler Hubert Bernhard gestaltet eine „nahbare“ Maria, die Gläubigen sind eingeladen für ihre besonderen Gebetsanliegen eine Kerze anzuzünden.

Hier befindet auch ein von den Künstlern Hans-Jörg Raus und Vera Maaßen aus Treibholz gebautes Pult mit dem Totenbuch der Gemeinde. Im Judentum und Christentum gibt es die Vorstellung eines göttlichen Verzeichnisses, ein Buch des Lebens, in dem die Namen der Verstorbenen stehen. Im Hebräischen heißt es das „Buch der Lebendigen“.

Im Buch Jesaja spricht Gott: „Fürchte dich nicht! Ich habe dich beim Namen gerufen. Du gehörst zu mir.“ (Jes 43,1) Das ist unsere Hoffnung: dass Gott um uns weiß, dass er auch im Tod treu ist und uns nicht ins Nichts fallen lässt. Die trauernden Angehörigen finden hier einen Ort des Gedenkens und des Gebets.

 

 

Eine Bildwand verkleidet an der Rückseite der Kirche Beichtstuhl und Beichtzimmer. Es ist ein aus verschieden braungefärbten Fichtenbohlen zusammengesetztes Mosaik, das die Heimkehr des verlorenen Sohnes zum barmherzigen Vater darstellt.


Es fällt auf, dass beide, Sohn und Vater einen Heiligenschein tragen. Der Sohn, der sich entscheidet seinen eigenen Weg zu gehen, Irrwege erkennt und es wagt umzukehren, wird so als Vorbild für uns dargestellt. Auch wir sind eingeladen auf die offenen Arme Gottes zu vertrauen.

 

 

Die in anderen Kirchen üblichen Darstellungen der einzelnen Kreuzwegstationen fehlen in dieser Kirche. Stattdessen finden sich an den Wänden im Kirchenraum kleine Kreuze. Kinder haben Spaß daran, die 13 Stationen zu finden.
 
 

Ein Blickfang im Altarraum ist die Ikone des Patrons der Kirche, der Hl. Johannes der Täufer.
Bei den Leuchtern für Kerzen, Ewiges Licht und Osterkerze steht ein Vortragekreuz mit der bronzenen Figur des Auferstandenen
Kirchenguide